Vom Laufsteg in den Kleiderschrank – Runde 6, Teil 1: Inspiration

Seit Januar schon läuft bei Monika, wollixundstoffix und Yvonne, yvonetsurreal die Aktion „Vom Laufsteg in den Kleiderschrank. Und genau so lange habe ich viel Freude daran, die Überlegungen und Ergebnisse zu verfolgen.  Und selbstverständlich habe ich auch schon seitdem überlegt, womit ich denn dabei sein könnte. Nun, das Jahresende naht und somit die letzte (?) Gelegenheit, dabei zu sein.
Das linktool ist noch bis heute Abend geöffnet, also schnell noch mit ein paar Ideen in den Ring springen!

Manchmal hilft ja ein Blick auf die eigenen Pinwände bei Pinterest, um zu sehen, was mir gefällt. Unter Anderem befindet sich dort viel von Stella Jean!

Als Inspiration soll mir nicht ein bestimmtes Kleidungsstück oder ein bestimmtes Outfit dienen, sondern die Kombination Waxprint mit gestreiftem Hemdenstoff.
Exotik mit Modeklassiker, in dieser Schau von Stella Jean ist einiges davon zu sehen.

Ist das nicht wunderbar bunt und gut gelaunt?

Dies ist ein Waxprint, den ich im Sommer im Waxprint-Laden in Bonn kaufte, zusammen mit einem möglicherweise passenden Schrägband, das an Hemdenstoff erinnert.

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Der erste Plan war ein Annadress von by hand London daraus zu nähen. In der langen Variante, mit Schlitz. Und den Schlitz, den Ausschnitt und die Ärmel mit dem Schrägband einzufassen. Eine Anna aus günstigem Stoff habe ich im Sommer genäht und auch getragen, allerdings ist der Ausschnitt – wie bei Vielen – nicht ideal, er steht zu weit ab. Das habe ich versucht zu ändern und aus einem Bettlaken zwei Probeoberteile genäht – und diese dann ganz unten in eine Schublade verfrachtet – mal sehen, wann ich mich wieder an Anna machen möchte.

Der zweite Plan ist ein Etuikleid aus Waxprint, schmal, ganz klassisch und schlicht und darunter eine gestreifte Bluse mit tollen (voluminösen) Ärmeln, so ungefähr:

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Das würde mir echt gefallen!
Und zugleich bezweifle ich, ob diese Kombination so für meinen Alltag geeignet ist.

Also, Plan 3, die sicher tragbare Bank.

Dieser Rock mit Knopfleiste aus der vintage burda.
Rock aus Waxprint, Bund und Knopfleiste aus Hemdenstoff.

In zwei Tagen ist schon Zwischenstandsmeldung angesagt, das werde ich bestimmt nicht schaffen, die Abschlusspräsentation an Sylvester strebe ich aber fest an!

Vielen Dank an die zwei Organisatorinnen!

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WKSA 2017 – Teil 2: Ich habe mich entschieden und sogar bereits Stoff

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Stoffwahl WKSA 2017

Fünfundneunzig Weihnachtskleid-Ideen sind im Laufe der letzten Woche im ersten Teil des traditionellen Weihnachtskleid-Sew-Alongs (WKSA) auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog vorgestellt worden.
Ich stelle mir gerne vor, wie diese fünfundneunzig wunderschönen Frauen sich in Ihren wunderschönen Kleidern in einem realen Raum treffen…
Was für ein Fest! Jetzt schon!
Vielen Dank an die Gastgeberinnen Katharina, Nina und Claudia.

Die letztwöchige Überschrift lautete „Wir haben so viele Ideen“, diesen Termin habe ich geschwänzt, denn es galt „Ich habe mich entschieden und sogar bereits Stoff“, sodass ich diese Woche mit Elan einsteige.

Beim Besuch in London vor einigen Wochen folgte ich Selmins Tipp und stattete dem „cloth house“ einen Besuch ab.(Was für ein wunderschöner Stoffladen!)
Ein weicher, schwarzer Wollstoff mit blauer (!) Rückseite sprach besonders zu mir:

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„Nimm´mich mit, ich bin Dein Weihnachtskleid“

Im Kopf fanden Stoff und Schnitt schnell zusammen, die Stoffmengen, von Schnitten, die ich irgendwann ganz bald demnächst mal nähen will, hatte ich dabei, für Vogue erwarb ich 1,85 m.

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Aus meinem Notizbuch, Stoffmengen. Immer dabei!

Robe Vogue“ von Louis Antoinette sollte es werden

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Den Schnitt hatte Nina dieses Frühjahr vorgestellt und kurz darauf zog er auch bei mir ein.

Die letzten beiden Nähkurstermine habe ich für dieses Projekt genutzt, sodass ich bereits recht weit gekommen bin. Das Probe-, beziehungsweise Futterkleid ist genäht und die Anpassungen auf den Schnitt übertragen.

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aktueller Stand: Schnittanpassungen

Die Details zur Schnittanpassung sind dann Thema für den nächsten Termin ab 10. Dezember auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog.

Stoffspielerei „Faden auf Farbe“: Schichtarbeit

Stoffspielerei „Faden auf Farbe“: Schichtarbeit

Die monatlich stattfindenden Stoffspielereien finde ich eine ganz fabelhafte Aktion. Die Beiträge sind so kreativ und vielseitig! Dass der Gestaltungsprozess im Vordergrund steht und nicht unbedingt ein gelungenes Ergebnis, das gefällt mir sehr!

Das Thema lautet diesen Monat „Faden auf Farbe“, die gesammelten Beiträge werden bei 123-nadelei gesammelt. Die Zeichen für meine erste Teilnahme standen bestens:

  • Es juckt mich schon länger in den Fingern, das Sticken auszuprobieren. Stickgarne liegen seit Jahren in meinem Vorrat. Tatsächlich seit der Schulzeit, während der ich leidenschaftlich gerne Freundschaftsbänder geknüpft habe 😮 das müssen die frühen Neunziger gewesen sein…
  • Stoffe mit Farbe – hier habe ich über den Siebdruck-Workshop geschrieben – warten auf ihre Weiterverarbeitung.

Also startete ich den Versuch, Stoff und Garn zusammen zu bringen.

vielschichtig - Ausschnitt

Ausschnitt

Im Workshop wurden die Stoffgestaltung schichtweise aufgebaut. Erst eine großflächige Grundierung und nach der Trockenzeit die Gestaltung mit den Schablonen. Im Ausschnitt sieht man den schichtweisen Aufbau ganz gut. (Der schwarze Stoff kommt allerdings ohne Grundierung aus.)

Diese Herangehensweise wollte ich beibehalten und habe erst mal mit Spitzendeckchen vom Flohmarkt eine weitere Schicht hinzugefügt und dann versucht, mit Faden/Garn diese mit dem Untergrund zu verbinden.

Motiv 1:

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erste Faden-Schicht: Spitzendeckchen

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per Nähmalerei in Neonorange mit der Maschine fixiert

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mögliche Ausschnittwahl für die Weiterverarbeitung

Zum Nähmalen hatte ich ein wasserlösliches Soluvlies über dem Netz befestigt, sodass der Nähfuß sich nicht in der Spitze verfängt. Das freie Malen mit der Nähmaschine erfordert ganz schön viel Kraft, das hat mich erstaunt. Macht aber Spaß! Und auch wenn das Ergebnis nach mehr Übung bestimmt vorhersehbarer wird, darf es bei der Art der Verarbeitung ja auch gerne unperfekt und „krakelig“ aussehen.

Motiv 2:

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2 Spitzendeckchen und gestricheltes Siebdruckmotiv von Hand in orange nachgestickt

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mögliche Garnauswahl für´s Weitersticken

Das war bestimmt nicht meine letzte Stickerei, das ist eine tolle, ruhige Beschäftigung „nebenher“ zum Musik hören auf dem Sofa.

Jetzt liegen die zwei Ergebnisse im Wohnzimmer aus und warten auf Inspiration, was weiter aus ihnen werden könnte. Das zweite Motiv erhält vermutlich noch ein bisschen Stickerei.

Vielen Dank für das schöne Thema und überhaupt die gesamte Aktion Stoffspielereien! Wirklich eine schöne Motivation, Ideen umzusetzen.

Die Stoffspielereien

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken gesammelt – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Die nächsten Termine:

26.11.2017: „Dreidimensional“ bei Textile Werke
31.12.2017: Weihnachtspause

28.01.2018: (Thema noch offen) bei Machwerke
25.02.2018: „Gesichter“ bei Nahtlust
25.03.2018: „Falten“ bei Schnitt für Schnitt
29.04.2018: „Schlipse“ bei FeuerwerkbyKaze
27.05.2018: „Japan“ bei madewithbluemchen
24.06.2018:  (Thema noch offen) bei Nahtzugabe

Siebdruck-Workshop bei Jeromin

Mitte September machte ich mich auf den Weg über die Brücke nach Mannheim und besuchte drei Tagen lang den Workshop „Siebdruck – Am liebsten bunt“ mit Kristina. Im Jeromin Werkladen konnte ich zusammen mit 6 anderen Frauen unter Anleitung von Sabine Jeromin und Kristina Schaper drei Tage lang in bunten Farben schwelgen und unseren Stoffen beim beim bunt- und bunterwerden  zuschauen.

Hachz, ich hatte fast vergessen wieviel Freude das Arbeiten mit Farben macht!

Es war toll! Die Betreuung, die fantastische Materialauswahl, die anderen Frauen – z.B. Susanne und Moni, um die Bloggenden zu nennen – alles, alles. Dank an alle, die dabei waren!

Und nun lasse ich ein paar Augen-Impressionen vom Workshop selber sprechen:

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Die ersten Farben sind aufgetragen und trocknen im Hof.

 

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Sabine zeigt das Drucken mit den Jeromin´schen Siebdruckschablonen

 

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Arbeitsschritte: Siebdruckrahmen abkleben, 2x Siebdruckrahmen mit Papierschablone

 

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Details (Ergebnisse von Sabine, Moni und mir)

 

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Ergebnisse anderer Teilnehmerinnen im Stapel (links Antje, rechts Frau nahtlust. Und Ausschnitt aus einem Stoff von Kristina.

Schön war´s beim Sichten der Fotos mich nochmal zu erinnern!

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vielschichtig…

 

 

MMM № 4 – Kielo, Haltung und ich

 

„Weil Mode Haltung bedeutet. Selbstwertgefühl und Statement.“

Diesen Satz habe ich letzte Woche in einem Artikel der ZEIT gelesen. Er passt gut zu meinem Kielo-Kleid, und dem Gefühl, welches das Tragen in mir auslöst. Kielo ist lang. Sehr lang. Und raffiniert. Wenn ich Kielo anhabe, bekomme ich Komplimente. Kielo sorgt für eine gerade Haltung. Kopf nach oben. Gehen wird zu schreiten. Der Alltag wird besonders.
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Dabei ist Kielo bequem wie ein Pyjama und absolut radfahrtauglich. Mit einem langärmligen Unterkleid darunter wird es auch herbsttauglich.

Ganz große Schnittliebe!

Bild 2 offen Coll

Genäht habe ich den Schnitt Kielo von Named aus einem bedruckten Viskose-Jersey vom Stoffmarkt. Der Stoff ist ziemlich schwer, beim nächsten Mal wünsche ich mir einen leichteren Stoff. Gerne würde ich auch einen leichten Webstoff versuchen, wie Elke und Sindy (die beide das Kleid gekürzt haben).

Ich habe versucht, den Schnitt vor dem Nähen am Schnittmuster anzupassen und habe das Oberteil verlängert und das Unterteil verkürzt, glaube mittlerweile, das hätte ich mir sparen können, denn die Anpassung an die Figur passiert ja durch die Wickelung.

Passend zur Haltung sind die Fotos auf dem Filmfest Ludwigshafen, direkt neben dem roten Teppich, entstanden. Und so lautet auch mein Fazit: Kielo für mehr roten Teppich im Leben!

Mehr stolze Frauen mit Haltung gibt es allmittwochlich auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog zu sehen, wo uns heute zwei zauberhafte Elken begrüßen.

Bild drei Treppe Coll

MMM № 4 – mit Blumen-Hollyburn

Hallo, mein Name ist Jule und ich habe mir einen Hollyburn-Rock genäht.

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Hollyburn von Sewaholic-Pattern ist ja in unzähligen Varianten in den Netzweiten zu finden. Hier nun noch eine Version.

Das für mich Besondere an diesem Stück: Ich habe mich an die Anleitung gehalten und habe einfach darauf los genäht – und es hat geklappt. Und es passt!
Juhu.

Das war wirklich ein schönes #nährfolgserlebnis für mich Meisterin der Vorab-Grübelei. Über einen Formbund habe ich nachgedacht und über pattern-matching, und darüber, was ich ändern könnte, weil ich ja zwischen zwei Größen liege. undundund –
Und dann doch nur der Anleitung gefolgt – und es hat geklappt. Und es passt!
Nochmal juhu!

Genäht habe ich die mittellange Variante ohne Riegel und die Gürtelschlaufen habe ich erst mal auch weg gelassen. Sie liegen hier noch zugeschnitten…
Der Fadenverlauf verläuft anleitungsgemäß nicht an einer Schnittteilkante, sondern mittig diagonal durch das Schnittteil – gibt es hierfür einen Fachbegriff? Weil sonst nicht ausreichend Stoff vorhanden gewesen wäre, habe ich die Seitennähte paralell zum Fadenverlauf gelegt. Klappt auch. Kann allerdings sein, dass deswegen der Rock beim Laufen gerne zwischen die Beine schwingt.
Gesäumt ist mit einem Baumwollschrägband in schwarz-weißem Vichikaro.
Der Stoff ist ein fester Baumwollstoff mit recht hohem Stretch-Anteil vom Stoffmarkt, auf dem unteren Foto (noch ungesäumt) kommen die Farben dem Original näher als auf dem Tragefoto.

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Ach, und die Taschen! Groß-artig!

Das Tragefoto entstand am Ende eines Sommerausflugstages Hauptbahnhof.

Werde ich Hollyburn nochmal nähen? Ganz gewiss.

Werde ich den Rock weiterhin tragen? Ja, er wartet auf den Herbst. Da passt er von den Farben und von der Stofffestigkeit gut hin.

Ich freu´ mich, dass die Me-Made-Mittwoche wieder losgehen und reihe mich gerne ich den nachsommerlichen Reigen dort mit ein und schließe mit ein paar kleinen Urlaubs-Impressionen eines Besuchs im Garten der Christian-Dior-Villa in Granville/Normandie.

 

Im Haus ist das Fotografieren leider nicht gestattet.

 

 

MMM № 3 – Das Champions-League-Shirt oder Mono Lisa

MMM № 3 – Das Champions-League-Shirt oder Mono Lisa

Der Ball ist rund und dauert neunzig Minuten – oder so. Leider sind weder der Ball noch ich heute gestreift zum heutigen Me-Made-Mittwoch-Mottotag Streifen. Nichts desto trotz freue ich mich sehr, heute in dieser illustren Mittwochsrunde dabei zu sein. Es ist endlich mal wieder etwas fertig geworden.

Das Shirt habe ich letzte Woche während das Champions-League-Finale lief, genäht. Ich bin eine sehr langsame und sehr überlegte Näherin und über mich gerade darin, ein wenig schneller – auch: weniger abgelenkt – zu nähen, weswegen ich mich sehr gefreut habe, dass ich das Nähen (ohne Zuschnitt) tatsächlich in 90 Minuten ohne Verlängerung geschafft habe. Der Schnitt ist das Wasserfallshirt Mono Lisa von So! Pattern. 

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Das besondere ist, dass es aus nur einem Schnittteil genäht wird. Das fand ich sehr spannend und faszinierend, wie daraus tatsächlich ein T-shirt wird. Nur rechts gibt es eine Seitennaht. Der linke Ärmel wird demenstprechend von oben in den Stoff eingeschnitten.

Beim Ausflug am Sonntag hat es sich sehr angenehm getragen. Der Wasserfall lässt nicht zu tief blicken. Der gewählte Stoff, ein marineblauer Bio-Jersey aus der Eulenmeisterei trägt sich sehr angenehm und war toll zu verarbeiten. Das nächste Exemplar würde ich allerdings aus einem leichteren Stoff machen. Dann fällt es bestimmt noch besser. So muss frau doch hin und wieder zuppeln.

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Die Anleitung ist mit Zeichnungen versehen und recht knapp gehalten. An der Stelle, an der der Wasserfall in der Schulternaht fixiert wird, war ich froh, bereits einen Wasserfall, nämlich Scarlett von pattydoo nach der dortigen Videoanleitung genäht zu haben.

Hier bei Frau Crafteln bin ich auf Mono Lisa aufmerksam geworden.

Vielen Dank an meine Fotografin!